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Warum Sie nach Griechenland reisen sollten

Griechenland ist dauernd Thema der Nachrichten, und das aus unerfreulichen Gründen. Das Land befindet sich in einer heftigen wirtschaftlichen Krise, viele seiner Einwohner durchleben das, was man "schwierige Zeiten" nennen mag, und es zeichnet sich keine rasche Verbesserung der Lage ab. Dementsprechend ist es wenig überraschend, dass sich viele Deutsche fragen, ob man noch nach Griechenland reisen kann. Das Auswärtige Amt hat einen - sehr moderaten - Sicherheitshinweis veröffentlicht, was die Sorgen nicht verringert.

Die aktuelle Lage

Die Tatsache, dass die wirtschaftliche Krise des Landes potenzielle Besucher abschreckt, ist tragisch. Denn Touristen werden dringend benötigt und sind, Schuldenkrise hin oder her, immer herzlich willkommen.

Die kleine Insel Symi bei Rhodos verfügt über eine der schönsten Hafenstädte des gesamten Mittelmeers.

Die kleine Insel Symi bei Rhodos verfügt über eine der schönsten Hafenstädte des gesamten Mittelmeers. (Foto: Heinrich Hall)

Der erschreckendsten Fernsehbilder, die Ausschreitungen, sind die Ausnahme und nicht die Regel. Der überwiegende Teil der Demonstrationen verläuft friedlich. Außerdem beschränken sich die Proteste meist auf Athen und die anderen Großstädte, genau genommen auf bestimmte Teile ihrer Zentren. Selbst ein touristischer Besuch Athens wäre von den jüngsten Ereignissen kaum betroffen gewesen; ländliche Gebiete, kleinere Städte und die Inseln blieben so gut wie unberührt. 2011 gab es schwere Unruhen in London; und Städte wie Berlin und Paris erleben mit einiger Regelmäßigkeit Ausschreitungen – niemand würde deswegen davon absehen, sie zu besuchen, oder gar andere Teile Großbritanniens, Deutschlands oder Frankreichs meiden.

Die Qualität des touristischen Angebots bleibt von der Krise unberührt, ebenso die legendäre griechische Gastfreundschaft. Wenn sich überhaupt eine Veränderung abzeichnet, können Sie am ehesten damit rechnen, noch willkommener zu sein als ohnehin. Dies gilt übrigens auch und speziell für deutsche Besucher: selbst Griechen, die der deutschen Politik kritisch gegenüber stehen, werden Sie als Tourist nicht persönlich verantwortlich machen.

Das wichtigste Problem, das Reisende dieses Jahr betreffen könnte, ist das Risiko weiterer Streiks, die zu Verspätungen, der zeitweisen Nichtverfügbarkeit bestimmter Dienstleistungen oder der Schließung von Sehenswürdigkeiten führen können. Solche Aktionen finden aber in aller Regel außerhalb der Hauptreisesaison statt. Auch in Deutschland gibt es Streiks, trotzdem geht die Welt nicht unter.

Was Griechenland zu bieten hat

Der Tourismus spielt eine Schlüsselrolle in der griechischen Wirtschaft. Billige, massentouristische Angebote sind nicht die Stärke des Landes. Daher machen reine Preisvergleiche mit der Türkei, Bulgarien oder auch Tunesien nur wenig Sinn. Griechenland hat erheblich mehr zu bieten. Wegen des schlechten griechischen Marketings und durch die von Klischees geprägten Erwartungen im Ausland sind die Vielfältigkeit und viele der lohnendsten Facetten Griechenlands als Reiseland aber nicht bekannt genug. In dieser Hinsicht ist das Land nach wie vor ein Ziel für Kenner und Eingeweihte.

Enorme Vielfalt

Griechenland kann ein vielfältiges und individuelles Reiseerlebnis von höchster Qualität bieten, das sowohl den Besuchertyp anzieht, der gehobenere organisierte Reiseprodukte bucht, als auch den völlig oder zum Teil individuell Reisenden. Das Angebot reicht von kulturellen/archäologischen Besichtigungen, über Wandern und Hiking, Segeln und sogar Wintersport, bis zu spezialisierten Segmenten wie Gourmetreisen, Naturreisen, Tanzurlauben, religiösen Reisen und so weiter. Das große Angebot an Aktivitäten und Besichtigungsmöglichkeiten, zusammen mit der großen Kinderfreundlichkeit der Griechen, machen das Land zudem zu einem idealen Ziel für Familienurlaube mit Kindern oder Jugendlichen.

Größtes Pfund der Griechen ist die oft spektakuläre landschaftliche Schönheit fast des gesamten Landes, von den Wäldern des Nordens zu den malerischen Inseln der Ägäis, von schneebedeckten Gipfeln zu idyllischen Stränden, von fruchtbaren Ebenen und Hügeln zu urtümlich-romantischer Wildnis. Ein weiterer Punkt ist der übergroße Reichtum an bedeutenden und beeindruckenden historischen Stätten. Dieser reicht von Denkmälern der frühen Vorzeit, den allgegenwärtigen Überreste der klassischen Antike, darunter viele jüngst renovierte Museen, über byzantinische Klöster und mittelalterliche Burgen bis zu traditioneller Dorfarchitektur.

Griechische Genüsse

Lokale Spezialitäten auf Santorini (Kykladen).

Lokale Spezialitäten auf Santorini (Kykladen). (Foto: Heinrich Hall)

Die Küche Griechenlands wird im Allgemeinen unterschätzt, wohl nicht zuletzt aufgrund des manchmal mittelmäßigen Angebots an den Zielen des Massentourismus und in griechischen Restaurants in Deutschland. Tatsächlich vereint die Küche Elemente aus Anatolien und dem Osten mit solchen des Balkans und des Westens, sowie der antiken Tradition, wobei sie grundsätzlich auf der Verwendung frischer und oft sehr lokaler Zutaten beruht. Die beeindruckende Verbesserung der griechischen Weine während der letzten Generation ist ebenso faszinierend wie die Verfügbarkeit zahlreicher traditioneller Qualitätsprodukte, die weit über das allseits Bekannte (Feta, Olivenöl, Joghurt) hinaus reichen, vom in Rotwein gereiftem Käse der Insel Kos, über den kaviarartigen Avgotaracho des westlichen Festlands, bis hin zur süßen Soumada oder Mandelmilch Kretas. (Neugierig? Werfen Sie mal einen Blick auf die Liste der Lieblingsprodukte des in Griechenland bekannten Fernsehkochs Elias Mamalakis).

Unterkünfte? Ein offenes Geheimnis

Es hat sich noch nicht herumgesprochen, doch sind während des vergangenen Jahrzehnts in ganz Griechenland unzählige Bauernhäuser, Villen, traditionelle Dorf- und Stadthäuser, oft Jahrhunderte alt, sorgfältig renoviert und restauriert worden und stehen als Pensionen, Zimmer oder Apartments zur Verfügung. Sie bieten zwar keinen Fünf-Sterne-Luxus, aber authentischen lokalem Stil und oft sehr persönlichen Service zu anständigen Preisen, oft in Verbindung mit leichtem Zugang zu Informationen über die örtlichen Natur- und Kulturdenkmäler - der Königsweg zu einem seltenen und intensiven Reiseerlebnis.

Herausforderungen und Chancen

Heinrich Hall ist Archäologe und lebt seit zehn Jahren in Athen. Er ist Mitarbeiter des Reiseunternehmens Peter Sommer Travels, für das er Touren durch Griechenland und die Türkei begleitet. Außerdem ist er Mitherausgeber des vor Kurzem erschienenen "Blue Guide to the Greek Islands".

Heinrich Hall ist Archäologe und lebt seit zehn Jahren in Athen. Er ist Mitarbeiter des Reiseunternehmens Peter Sommer Travels, für das er Touren durch Griechenland und die Türkei begleitet. Außerdem ist er Mitherausgeber des vor Kurzem erschienenen "Blue Guide to the Greek Islands".

Es gibt viele Startpunkte für die Entdeckung dieses wahren Griechenlands. Die zeitlosen klassischen Denkmäler Athens, die römischen und byzantinischen Bauten in Thessaloniki, der unvergleichliche Blick über die vulkanische Caldera von Santorini, die wunderschöne mittelalterliche Altstadt von Rhodos, die bronzezeitliche Festung von Mykene, die Bergdörfer Kretas oder die zahllosen fast unberührten Strände entlang der 14.000 Kilometer langen Küste des Landes.

Aber das ist ja nur der Anfang – stellen Sie sich vor, wohin die Reise noch führen kann! Vielleicht werden sie auf den winzigen Fourni-Inseln frisch gefischten Hummer genießen, die gewundenen Gassen des von einem See umgebenen Städtchens Kastoria auf der Suche nach seinen zahlreichen bemalten byzantinischen Kirchen durchwandern, auf den venezianischen Piazzas von Nafplio oder Chania einen Kaffee trinken, von Ihrem Zimmer in einem Herrenhaus des 18. Jahrhunderts auf der Pelion-Halbinsel den Blick über die halbe Ägäis genießen oder eine romantische Nacht in der mittelalterlichen Festungsstadt Monemvasia verbringen, auf Kreta saftige geröstete Ziege probieren, die rätselhaften "Drachenhäuser" auf den Berggipfeln Euböas entdecken, in Vergina die Schätze der Angehörigen Alexanders des Großen bewundern, von den perfekt erhaltenen Ruinen des antiken Kassope die ionischen Inseln überblicken, die 2.600 Jahre alten schlafenden Riesen von Naxos besuchen, die würzigen Käse jener Insel oder die Rotweine von Naoussa verkosten, oder sich in den labyrinthischen Dörfern auf Chios verlaufen...

Besuchen Sie Griechenland und begeben Sie sich auf Ihre eigene, persönliche Entdeckungsreise – ganz nach Ihrem Geschmack und Ihren Interessen, in Ihrem eigenen Stil und Tempo. Kalo Taxithi (Gute Reise).


23.03.2012, Heinrich Hall http://www.n-tv.de/reise/Warum-Sie-nach-Griechenland-reisen-sollten-article5719546.html

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